Reisebericht Norwegian Star 17.05.2008 – 24.05.2008-06-07
Alaska Route: Seattle – Ketchikan – Juneau – Skagway – Prince Rupert (Kanada)
Anreise:
Um den rund zehnstündigen Flug entspannt antreten zu können, haben wir uns zu einer Vorübernachtung in Frankfurt im Novotel Niederrad entschlossen, zumal diese Übernachtung von 61,- € buchbar war und wir die Möglichkeit hatten, den PKW im öffentlichen Parkraum, direkt vor dem Hotel und in unmittelbarer Nähe zu einer Polizeistation ;-) zu parken. Aus meiner Sicht ist diese Variante der Vorübernachtung empfehlenswert (allerdings hat das Hotel auch in den Sommermonaten keine Klimaanlage)
Für das Taxi zum Flughafen waren dann 15,- € fällig, das Einchecken bei der Lufthansa war problemlos, der Flug mit einer A 330 war zwar (übrigens ebenso wie der Rückflug) superruhig, leider war am Vortag die Servicegesellschaft der Lufthansa LSG umgezogen und mit einer pünktlichen und vollständigen Belieferung der Flieger überfordert. So gab es nur zweimal Getränke, was für einen zehnstündigen Flug wirklich nicht zuviel war, auf dem Rückflug war der Service deutlich besser, die Bestuhlung in der Economy leider unverändert eng.
Nach der Ankunft trafen wir auf einen schlechtgelaunten Beamten bei der Immigration (einen gut gelaunten hatten wir dort auch im Vorjahr nicht) und fuhren mit dem Taxi zum Mariott Waterfront, dessen größter Vorteil die optimale Lage direkt am Pier ist.
Das Preis- /Leistungsverhälntis dieses Hotels lässt zu wünschen übrig, das Zimmer war ok, das Frühstück mittelprächtig aber wie gesagt die Lage optimal.
Am frühen Morgen konnten wir das Einlaufen der Star beobachten und nach dem Frühstück gingen wir in die gut organisierte Abfertigungshalle zum Einchecken.
Wir hatten uns (in diesem Fall zu einem Preis der auf ncl.com gebucht lediglich 150,-€ p.P. höher war als eine in Deutschland gebuchte Balkonkabine zum Katalogpreis) eine „Romance Suite“ (10726/ Heck) gegönnt und wurden als „VIP No. 22“ ;-) in einen separaten Bereich geführt. Hier war die Situation extrem entspannt, es wurden Häppchen gereicht, der Concierge stellte sich vor und wir wurden um 11.30 h als erste auf die Kabine begleitet.
Das Schiff war mit 2371 Passagieren ausgebucht, 63 Deutsche waren an Bord - vermutlich 61 davon hatten über „Berge und Meer“ gebucht. Es war eine deutsche Hostess an Bord, die um das Wohl der Passagiere bemüht war.
Romance Suite: Die Kabine unterteilt sich in vier Bereiche: Den Wohn-/Schlafraum, einen Vorraum („Ankleidezimmer“) zum Bad, das Bad und den Balkon.
Die Ausstattung der Kabine bestand aus Bett, Sitzecke, Sofa, Sessel, Bang & Olufsen Glotze mit DVD, reichlich Schränken und Ablagemöglichkeiten. Wir haben uns in dieser Kabine pudelwohl gefühlt und würden sie jederzeit gerne wieder buchen.
Sekt, Obst und ein Blumengesteck standen bereit, und der Buttler stellte sich vor, um uns mit nseren „Privilegien“ bekannt zu machen.
Der Unterschied einer Suite zu einer Balkonkabine ist wirklich recht deutlich zu spüren und besteht in der Kabinengröße, den oben genannten Kleinigkeiten, dem Buttler, der zu jeder Tageszeit (wir haben es nicht ausprobiert ;-) das Essen auf die Kabine bringt, spezieller Frühstücks- und Roomservicekarte, einem zusätzlichen Leckerchen, das wahlweise um 17.00 Uhr oder 22.00 Uhr auf die Kabine gebracht wird.
Aber das für uns ganz entscheidende war die Möglichkeit (die wir fast immer nutzten) im Cagney’s zu frühstücken und dort auch das Mittagessen einzunehmen. Hier gab es einen ausgezeichneten Service und eine sehr entspannte, gute Atmosphäre.
Die Norwegian Star allgemein:
Nachdem wir bisher nur die Gem und die Pearl kannten, hatte die Star als ältestes Schiff bei uns einen recht schweren Stand.
Die öffentlichen Räumen haben uns nicht so gut gefallen - irgendwie wirkte auf mich vieles altbacken und nicht so farbenfroh wie auf den anderen Schiffen. Auf dem Pooldeck wurde, vermutlich zum Schutz vor Wind ,sehr viel Glas eingesetzt und die zwischen den Glaswänden befindlichen Liegestühle weckten Erinnerungen an eine verglaste Legebatterie. Leider fehlte auch noch die Möglichkeit, im Heckbereich draußen zu essen. Die Buffetrestaurants haben wir so gut wie nicht genutzt, wirkten auf uns wie die Essensausgabe zur Mittagspause mit dem Flair einer Großkantine. Das Theater war sehr angenehm, bei der Vorführung eines Zauberers haben wir uns gut amüsiert. Die italienischen Restaurants an Bord der NCL-Schiffe sind nun aufpreispflichtig, dafür mangelte es dem auf der Star leider an Ambiente und an der Qualität der Speisen. Das Personal war überwiegend freundlich, teilweise ausgesprochen freundlich. Die von mir zusätzlich besichtigten Balkon- und Innenkabinen sind enorm klein und wirkten nicht sehr einladend.
2. Tag Seetag
Während uns in Seattle die Sonne mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen von über 30 Grad verwöhnte, schlidderten wir am Seetag bei deutlich niedrigeren Temperaturen von Nebelbank zu Nebelbank mit häufiger musikalischer Begleitung des Schiffshorns. Das hatte seinen ganz eigenen Reiz, allerdings hatte ich Befürchtungen bezüglich des weiteren Verlaufs der Reise, da sich Alaska im Nebel nur geringfügig vom „Kamener-Kreuz“ im Nebel unterscheiden würde.
Ausstieg am Regenwald copyright: Peter Diehm
3. Tag Ketchikan (ab diesem Tag hatten wir wieder Glück mit dem Wetter)
Eine allgemeine Anmerkung vorab: Die Liegezeiten auf dieser Route der Star haben wir als extrem knapp empfunden.
Wir unternahmen einen Ausflug mit einem Speedboot (Gummiboot) in den Regenwald. Nach einstündiger Busfahrt und Sicherheitseinweisung bestiegen wir das Boot und fuhren mit rd. 40 Knoten Richtung Wald (das war richtig kalt, aber ganz lustig) und wurden dort bereits erwartet.
Außer einem Eagle und einer Schnecke war auf dieser Tour an „Wildlife“ irgendwie nichts zu sehen, allerdings war die Wanderung auf einem Pfad durch den Wald einfach schön, interessant und entspannend.
4. Tag Juneau
Wir wiederholten den Ausflug „Whale Watching and Wildlife Watch“ aus dem Vorjahr. Es geht mit dem Bus zur Auke Bay, wo man von einer größeren Flotte speziell für das Whale Watching ausgerüstete Flotte trifft. Super Boote und eine nette Atmosphäre mit vielen Erläuterungen an Bord. Besonders angetan hat es uns die riesige Bucht, umgeben von schneebedeckten Bergen. Während der Fahrt trifft man auf eine Seelöwenkolonie, sieht Robben vergnügt im Wasser schwimmen, während dies alles aufmerksam von den Eagles in den Baumwipfeln beobachtet wird. . Aber wo waren die Wale? Enttäuscht fuhren wir zurück Richtung Startpunkt, nachdem wir nach zwei Stunden nur 2 Wale in ziemlicher Entfernung erspähen konnten. Aber sie wussten mal wieder, was sie tun: Auf dem Rückweg waren wir plötzlich von Humpacks umgeben und es war für uns als „Walfreunde“ ein ebenso vergnügliches Erlebnis wie auf unserer Reise im Vorjahr – damals übrigens mit der Norwegian Pearl.
5. Tag Skagway
Treffen mit der Norwegian Pearl im Hafen, sie liegt direkt nebenan. Der kleine Ort wird täglich in den Sommermonaten von Touristen überflutet.
Hubschrauber starten und landen fast im Minutenabstand neben der Pearl. Wir haben eine Kanutour zum „Davidson Glacier“ gebucht. Nach etwa 90 minütiger Bootsfahrt wird man in größter Einöde auf einer Halbinsel abgesetzt, die ein Privatinvestor von der Regierung gekauft hat, um internationalen Touristen eine Kanufahrt zum Gletscher zu ermöglichen. Sehr freundlich wird man von einer jungen Truppe empfangen und in einem uralten Schulbus zum Startplatz der „Expedition“ gebracht. Hier gibt es regenfeste Kleidung und Schwimmwesten, bevor man über einen schön gelegenen Pfad zum Ablegeplatz der Kanus wandert (sind nur ein paar Minuten). Die Kanutour ist extrem gemütlich und führt sehr dicht an den kleinen, aber schönen Gletscher. Leider konnten wir nur wenige Tiere beobachten und das Wetter war an diesem Tag ziemlich durchwachsen.
Eine nette Tour, allerdings mit rd. 230,- USD p.P. total überteuert.
6. Tag
Prince Rupert (Kanada)
Diese kleine, unscheinbare kanadische Stadt wird neuerdings häufiger von Kreuzfahrtschiffen aufgesucht.
Wir hatten eine Whale-Watching Tour (Orcas) zu einem günstigen Preis gebucht. Die Wale haben es uns irgendwie angetan.
Auf einer Fähre, die sonst Schulkinder transportiert, fuhren wir etwa 90 Minuten gen Norden Richtung Alaska ohne auch nur einen Wal zu entdecken. Hier ein kleiner Sicherheitshinweis:
Wer diese Tour bucht, sollte auf dem (kleinen) Außendeck darauf achten, dass sich nicht plötzlich an der Reling eine Türe nach außen öffnet und er den Orcas plötzlich näher ist, als es ihm vielleicht lieb ist. So wäre es mir fast passiert und für den Sicherheitsmangel ungesicherter Türen hatte ich keinerlei Verständnis....
Als ich dann gerade so etwas „angesäuert“ war, tauchten sie plötzlich auf: Orcas. Nicht zwei oder drei, nein, insgesamt etwa 20 Prachtexemplare, die sich dem Schiff bis auf „Greifnähe“ näherten.
Ich habe diese Walbeobachtungstouren schon in verschiedenen Regionen unternommen, aber dies war das absolute Highlight (übrigens der gesamten Reise).
Majestätisch tauchten die Wale auf und ab, gelegentlich war nur wenige Meter neben dem Boot eine Schwanzflosse zu sehen, die meterhoch in Richtung Himmel zeigte. Für „Whalewatcher“ ist dieser Ausflug ein absolutes MUSS und ich gerate noch heute beim Gedanken daran ins Schwärmen.
7. Tag
Seetag.
Von diesem Tag ist schnell erzählt: Wir haben auf dem Schiff bei schönstem Wetter rumgegammelt.
copyright: Peter Diehm
Als wir den Sonnenuntergang von unserer Kabine aus bewundern durften, verabschiedeten sich viele Wale mit Wasserfontänen in der Fahrrinne des durch die Sonne orangegefärbten Meeres.
So etwas wunderschön kitschiges durften wir zuvor noch nie erleben....
Fazit: Eine schöne Route auf einem leicht renovierungsbedürftigen Schiff mit erstklassigem Service in der Suite, Einschränkungen bei den Mahlzeiten in den Buffetrestaurants, dafür aber freundlicher Crew.
Tipp: „Erstalaskareisende“ sollten aufgrund der deutlich größeren Attraktivität des Schiffes, der Liegezeiten in den Häfen und der Megaatrraktion „Glacier – Bay“ lieber die Route mit der Pearl wählen.











